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Eiskalt

1

Eiskalt erwischte es mich an diesem Morgen als ich aus meinem Alkoholrausch erwachte.
Was war geschehen?
Ich lag auf dem Küchenboden mit dem Kopf nach unten, meine rechte Hand in einer warmen, klebrigen Lache.
Gedanken schossen mir durch den Kopf. Tausende.
Als ich den Kopf hob, sah ich sie neben mir auf dem Rücken liegen.
Tot.
Ihre Augen, ihre wundervollen blauen Augen starrten mich nur noch leer an. Meine rechte Hand lag neben ihrem Kopf.
In einer roten Lache, von noch warmen Blut.
Was hatte ich getan?
Wieder diese Erinnerungen in meinem Kopf, Bilder vor meinen Augen. Wir hatten gestritten, wie schon so oft.
Weswegen eigentlich?
Ich wusste es nicht mehr.
Dann ist sie mit dem Kopf gegen die Tischkante gefallen. Freilich nicht einfach so. ich hatte ihr in meinem Rausch eine deftige Ohrfeige verpasst.
Wieso eigentlich?
Habe ich sie den nicht mehr geliebt?
Wieso stellte ich mir diese Fragen eigentlich erst jetzt? Jetzt wo ich mit meiner rechten Hand in ihrem Blut lag. Jetzt wo sie tot war.
Langsam stand ich auf, sah mir die Wohnung an. Alles war so still, so leer, ohne sie obwohl sich eigentlich doch gar nichts verändert hatte. Das bereits kalte Essen stand noch auf dem Tisch und an der Wand tickte die Uhr unaufhaltsam weiter. "Zeit verrinnt." dacht ich mir und setzte mich ruhig auf einen Stuhl. Wieso war ich so ruhig?
Sollte ich nicht eher hektisch und nervös sein? Sollte ich etwa nicht eher Angst davor haben, dass die Polizei mich findet und ins Gefängnis steckt?
Nein!!
Langsam stand ich auf, schlurfte durch die Küche und den Flur, hinauf ins Schlafzimmer zur Kommode, zog die Schublade auf und fand ihn.
Den 33er Revolver. Nahm ihn, ging langsam wieder hinunter zur Küche und überprüfte dabei ob er geladen ist.
Er war es.
Hielt ihn an meine Schläfe und sah sie ein letztes mal an. Ihre jetzt leeren, blauen Augen und die Blutlache neben ihrem Kopf dann drückte ich ab.

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